Die Muntermacher-Kids erklären

Warum wachsen unsere Haare und Nägel?

Ida war ganz aus dem Häuschen vor Freude: Nach vier langen Wochen würde sie heute endlich ihre Freunde Karl und Konrad wiedersehen. Erst war Ida mit ihren Eltern in den Urlaub gefahren, danach hatten die Zwillinge ihre Großeltern besucht. Nun konnten die Muntermacher-Kids die letzten zwei Wochen der Sommerferien zusammen verbringen.

Sie waren unter dem großen Kirschbaum vor Idas Haus verabredet. Dort wartete das Mädchen und sah die Jungs schon von weitem kommen. Aber irgendetwas war heute anders als sonst.
"Wie siehst du denn aus, Karl?", fragte sie, als dieser näher kam. Anders als sein Bruder Konrad trug er die Haare nun länger und hatte sie nach der neuesten Mode in die Stirn gekämmt.
"Er weigert sich, zum Friseur zu gehen", antwortete Konrad an seiner Stelle. "Ich habe sie mir erst letzte Woche abschneiden lassen", verkündete er außerdem und lüftete unter seiner Schirmmütze den kurzen Haarschnitt.

"Immer sehen wir gleich aus!", beschwerte sich Karl. "Ich wollte eben einmal eine andere Frisur als du. Und ich finde sie super!"
Ida lachte. "Sie steht dir wirklich gut. Und ob man seine Haare kurz oder lang trägt, ist Geschmackssache. Vielleicht möchte Konrad bald dieselbe Frisur? Die kurzen Haare wachsen schließlich wieder nach."
"Das stimmt, wenn ich nicht immer zum Friseur gehen würde, hätte ich sicher schon Haare bis auf den Rücken", bemerkte Konrad. "Aber warum eigentlich? Diese Frage habe ich mir bisher noch nie gestellt."

"Haare bestehen aus demselben Stoff, wie deine Fingernägel. Man nennt ihn Keratin oder auch Horn. Du kennst ihn vielleicht von den harten Stellen an deinen Händen oder Füßen! Dieser Stoff bildet sich immer neu und lässt die Haare wachsen: Im Jahr sind es etwa 12 bis 15 Zentimeter! Nägel wachsen in derselben Zeit immerhin etwa 5 Zentimeter", erklärte Ida.
"Deshalb muss ich meine Fingernägel auch regelmäßig schneiden", stellte Karl fest. "Müsste das nicht eigentlich weh tun?", fragte Konrad. "Immerhin gehören Haare und Nägel auch zu meinem Körper."
"Das schon, aber du hast in ihnen kein Gefühl“, erwiderte seine schlaue Freundin Ida. "Das Keratin besteht aus abgestorbenen Hautzellen und die haben keine Nerven. Aus diesem Grund hast du beim Schneiden keine Schmerzen."
"Aber wofür soll das alles überhaupt gut sein?", wollte Karl wissen.
"Es ist ein Schutz! Die Nägel an Händen und Füßen sorgen dafür, dass du dir nicht so schnell wehtust. Und die Haare sind das, was von dem "Fell" unserer Vorfahren übrig geblieben ist. Sie schützen dich vor der Sonne und sorgen dafür, dass du ein kühles Köpfchen behältst", sagte das Mädchen.
"Eigentlich eine kluge Idee!", fand Konrad. "Schön und gut", sagte Karl und kämpfte erneut mit einer Haarsträhne. "Aber ein bisschen stören mich die vielen Haare nach einer Weile schon. Kommt ihr mit zum Friseur?"